5. UNION-Jugend-Fußballcamp vom 15. bis 19.08.2012 mit Jens Nowotny.
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Einsteigerlauftreff
Donnerstags
18:00
Uhr
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Kunstrasenplatz Biesfeld
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Bonn Marathon 25.04.2010

Franky goes to Marathon: Der Zehnte Marathon für Bonn – der Erste für mich!

(von Frank Gassen-Wendler)

(25. April 2010) Irgendwie geht mir das alles zu schnell. Nach rund einem Jahr Vorbereitung bin ich reif für meinen Ersten – keine Frage! Nur der Wettbewerb um die Zeiten hat hier nichts zu suchen. Nicht beim Ersten. Und dennoch gibt es Erwartungen, nicht zuletzt von mir selbst. Ich hab mich in einem Jahr besser entwickelt, als ich je für möglich gehalten habe. Die Medaille hat aber zwei Seiten, denn mit den 1:35h beim HM im Königsforst hab ich endgültig und viel zu früh meinen Welpenschutz verloren.

Die Marschtabelle an meiner Uhr listet die Zwischenzeiten für 3:30h und 3:45h auf. Seit 2 Wochen schmerzt die rechte Achillesferse, seit 2 Wochen stark reduziertes Training. Hochmut kommt vor dem Fall, denke ich.

Das Wetter in Bonn ist traumhaft. Meine Frau und mein Sohn Jonas sind als treue Schlachtenbummler wie immer mit dabei. Das ist beruhigend! Ebenfalls mit am Start ist Hans-Werner, der erfahrene Marathonmann und immer gut aufgelegte Laufpartner beim Vereinslauftreff. Hans-Werner kennt sich hier aus und das ist für mich eine große Hilfe.

Mein „zweitliebster“ Verein direkt nach der Union ist der SV Mutscheid aus meiner alten Eifeler Heimat. Die mir bekannten Gesichter sind hier fast vollständig aufgelaufen und sie nehmen mich spontan mit auf ihr Gruppenfoto. Eine tolle Gang ist das und gut für meine Stimmung.

Jetzt stehe ich hier mit Hans-Werner im Startblock. Ich bin etwas aufgedreht aber konzentriert. Mächtig Spektakel um uns herum. Der  Startschuss fällt, wir klatschen uns ab und wünschen Glück. Dann setzt sich diese Masse aus Verrückten langsam und unaufhaltsam in Bewegung. Verdammt viel Weg zum Ziel! Also langsam angehen bete ich mir vor. In der Masse ist das auch kein Problem. Den Weg über die Kennedy-Brücke genieße ich. Alles easy, alles Bestens und nach 5 km laufen meine Beine den Takt den sie gewohnt sind. Er passt zu der Tabelle an meinem Handgelenk aber nicht zu den 42,195 km, die ich zum ersten Mal laufe. Etwa ab km 10 führt die Strecke direkt am Rheinufer entlang. Wunderschön ist das! Tolle Aussicht und von Erschöpfung noch keine Spur. Der Frachter Sophie tuckert langsam stromaufwärts und wir an ihm vorbei.

Gute 2 km weiter führt die Strecke wieder in die Stadt und unter der Autobahn 562 hindurch bis zum Wendepunkt und dann eine gefühlte Ewigkeit zurück bis zur 2. Runde. Ich stelle mir vor wie das sein wird, wenn ich hier wieder vorbei komme und ahne langsam was damit gemeint ist, wenn die Marathonis sagen, ein Marathon beginnt ab km 30. Als ich zur zweiten Runde über die Kennedy-Brücke laufe ist mir klar, dass ich die Geschwindigkeit nicht halten werde. Mittlerweile ist es heiß geworden. Die Sonne brennt gnadenlos. Kühlenden Schatten gibt es nicht. Meine Ferse zwickt schon von Anfang an aber jetzt fängt sie an zu nerven. Ich laufe unsymmetrisch. Rechts entlaste ich und links belaste ich. Mein linker Oberschenkel ist hart wie Stein und ich fürchte die berüchtigten Krämpfe. Meine Gedanken kreisen nur noch um Powergel und Flüssigkeit. Bloß keine Krämpfe jetzt. Ich laufe wieder das Rheinufer entlang und befinde mich jetzt in jenem unbekannten Land jenseits der 30 km und ich denke mit Grauen an den langen Weg zurück von der Wende bis zum Ziel. Nur Beton- und Asphaltwüste, die gnadenlose Mittagshitze, Erschöpfung, Schmerzen – das ganze Programm! Ich fange an jeden Schritt zu hassen und ganz besonders diese „Komma 195". Welcher Erbsenzähler legt nach 42 km auch noch Wert auf diese grotesken 195 Meter. 195 Schritte, die keiner braucht, die aber alles noch vermasseln können.

Die letzte Verpflegungsstation. Mechanisch kippe ich mir 2 Becher Wasser über den Kopf, die Cola trinke ich. Wenigstens Reihenfolge und Verwendungszweck der angebotenen Flüssigkeiten bekomme ich noch geregelt. Ich will nicht mehr! Und überhaupt nie mehr will ich so einen bescheuerten Marathon laufen. Bei Km 40 keimt das Unkraut der Verzweiflung auf. Das ist so eine schöne runde Zahl und wäre doch ein gerechtes Ziel. „Hopp, hopp, hopp …es ist nicht mehr weit“ nervt es aus dem Publikum. 2,195 km sind so unglaublich weit weg. Keine Ahnung, wie ich die durchstehe. Mein Körper hat mich mittlerweile so unter Drogen gesetzt, dass ich die Außenwelt nicht mehr bewusst wahrnehme. Ich bin nur noch auf das Ziel fixiert. Und endlich ist sie da, diese verdammte Zielmatte und dann ist Ruhe.

Ich gehe und mir ist als hätte ich verlernt wie man das macht. Jemand hängt mir eine Medaille um. Dann schwebe ich weiter in die Auslaufzone und lande schließlich im Auffanglager der Finisher. Nur noch sitzen und schweigen. Nachdem ich sitze befällt mich ein irres Heißhungergefühl. Fette Wurstbrote und Krapfen mit dicker Zucker-Panade ziehen mich magisch an. Aber dazu muss ich aufstehen und weiß Gott es stimmt: „Am Gang sollt ihr sie erkennen!“ Die Ferse ist höllisch mitgenommen.  Am Tag danach sind Treppen für mich eine Herausforderung. Was lerne ich daraus: Zurück auf Los und erstmal Schluss mit dem Zeitenwahn. Für die nächsten 6 Wochen sind alle Wettkämpfe gestrichen. Wird es einen zweiten Marathon für mich geben? Ganz bestimmt!

 

Nettozeiten:

Frank Gassen Wendler

3:40:43 Std.

Hans-Werner Lamsfuß

4:04:11 Std.