5. UNION-Jugend-Fußballcamp vom 15. bis 19.08.2012 mit Jens Nowotny.
(Zur Anmeldung..)

Einsteigerlauftreff
Donnerstags
18:00
Uhr
[mehr...

Kunstrasenplatz Biesfeld
Info`s unter

Röntgenlauf oder ein Lauffest über 63km

(von Devid Pedretti)

(30. Oktober 2011) Seit 11 Jahren treffen sich in Remscheid alle (viele) die gerne und lange Laufen. 2007 war ich das erste Mal dabei und seit dem immer am Start. Nur letztes Jahr war ich etwas früher, um 4:00 Uhr beim 100er Start.

Punkt 8:30 Uhr geht`s heute los. Neben den 1/2Marathonis, den Marathonis starten auch wir, die Ultras für den 1,5fachen Marathon die 63km. Die Ultras haben eine blaue 6tausender Nr., die Marathonis weiße 4tausender und die 1/2Marathonis weiße 2 und 3 tausender Nummern. Alle Gruppen sind bunt durcheinander gewürfelt und die Teilnehmer sortieren sich in den ersten 5km durch die Altstadt von Remscheid nach Geschwindigkeit. Dann geht’s raus in die Landschaft und auf der anderen Talseite kann ich noch die Begleiträder der Spitzenläufer und -läuferinnen sehen. Das kleine Tal hat dann 2,5km und als ich mich umdrehe kommen auf der anderen Seite immer noch ununterbrochen Läufer ins Tal.

Schnell bin ich bei 10km und Laufe entspannt mit knapp 57Minuten über die 10er Marke. Ich habe meinen Rhythmus gefunden und fühle mich top. Zum 1/2Marathonziel hin fühle ich mich richtig schnell und im direkten Umfeld sind immer weniger Ultras.

Mit 2:01:10 laufe ich den ersten 1/2Marathon und es kommt der Streckenabschnitt mit der über 100m hohen Müngstener Brücke und wo man von einem Verpflegungsstand aus Schloss-Burg sehen kann. Der Teil gefällt mir immer am besten, doch jetzt geht es wieder bergauf. Noch laufe ich alle Berge hoch, nehme das aber nicht weiter wahr.

Bei km 37 ist es dann plötzlich soweit, lautstark begrüßen mich Hans-Werner und Wolfgang. Als ich auf den Zähler schaue merke ich das gleich das Marathonziel erreicht ist und ich immer noch die Berge hoch Laufe.  Ein ¾ Jahr Tri-Training macht sich bemerkbar. Auch die Schultern und Arme sind super entspannt (merke ich sonst ab 35 und tun ab 50 weh) und es läuft im wahrsten Sinne des Wortes.

Nach dem Marathonziel mit 4:13:29 fängt der Lauf eigentlich erst an. Mit zwei Colas und einer Marathonschnecke im Marathonziel geht`s weiter. Unter der A1 im Tunnel unterhalte ich mich mit anderen Läufern und realisiere das 2h bis zum Ziel drin sind. Aus dem Tunnel geht`s hoch zur Eschbartalsperre und dann, nach einem kurzen Laufstück, hoch nach Bergisch Born.

In Bergisch Born sind Wolfgang und Hans Werner wieder da. Jetzt sind 45km in den Beinen und auf geraden Stücken ist immer noch ein flotter Lauf um die 5:30 Minuten/km drin.

Geil, Kilometer um Kilometer kann ich laufen und immer kontrolliere ich den Lauf und nicht der Lauf mich.

Dann kommt Kilometer 50 mit 5:02:52 und wieder mach Wolfgang ein Foto und Hans Werner feuert an. Auch wer es nicht glauben mag, 50 km und er (ich) lacht immer noch. Wer es noch nicht gemacht hat, weiß nicht welchen Spaß es macht dann noch bei einer Straßenquerung  anziehen und am Berg das Tempo halten zu können.

Zum Thema Tempo hier noch herzlichen Glückwunsch an Lutz Klippel, der zeitgleich in Frankfurt den Marathon unter 3h läuft. Diese Geschwindigkeit je km schaffe ich nicht mal auf einem 10er.

Bei mir geht es in meinem Tempo weiter. Dabei kommt dann schnell der Verpflegungsstand vom ASV Hückeswagen. Die haben immer eine 5er Dose am „laufen“ und gute Stimmung. Ich ziehe wieder die Cole und einen gebackenen Müsliriegel (keiner aus der Packung) vor. Nach einem kurzen steilen Anstieg, den ich jetzt auch gehen muss, kommt auf einer Höhe eine kleine Allee. Klar wer wieder am Ende der Alle wartet. Richtig, Hans-Werner und Wolfgang sind wieder da und feuern alle Läufer an.

Dann kommt auch schon die 55km Marke. Jetzt ist zwischen den Läufern meist viel Platz manchmal ist kein anderer Teilnehmer zu sehen. Schnelle Schritt kommen näher. Als fast 2m Mann sehe ich einer 1,55er Frau nach, die jetzt noch ein paar Briketts nachlegen kann. Meiner guten Laune tut das keinen Abbruch, da es immer welche gibt die schneller sind. Natürlich auch viele die langsamer sind, jedoch ist jeder der eine 1/2Marathon, Marathon oder mehr läuft ein Gewinner. Dabei glaube ich,  die langen Strecken werden mehr im Kopf gelaufen als in den Beinen. Wer nicht überzieht und einen Marathon schafft, der kann auch die 50+ laufen.

Mittlerweile bin ich an der Wuppertalsperre und komme am letzten Verpflegungsstand bei 60km vorbei. Ein Wasser und eine Cola sind mir und sollten für die letzten 3km reichen. Ich laufe auf dem Streckenteil, wo jetzt auch Kurzstreckenläufe stattfinden. Am Ende der Talsperre geht es noch mal steil Bergauf. Diesen Anstieg und den nachfolgenden Anstieg zum Hügel über dem Zielbereich muss ich auch gehen.

Der letzte Kilometer ist dann gerade und geht sogar bergab zum Sportzentrum Hackenberg, dem Start und Ziel für die 63er. Ich kann noch mal anziehen. Zuschauer nehmen von den Kurzstreckenläufern kaum Notiz. Wenn 63er mit der blauen 6tausender Nr. vorbeilaufen wird geklatscht.

Ich fühle mich immer noch gut. Obwohl ich in keinem Jahr so wenig km in der Vorbereitung gelaufen bin wie 2011, kann ich in kurzer Zeit hintereinander meine PBZ für 1/2Marathon, Marathon und den Röntgenlauf laufen. Rundum liegt das sicher am Triathlontraining. 2011 habe ich nur eine Sprintdistanz geschafft. Die war ziemlich hektisch. Wenn die langen Triathlondistanzen genauso entspannende sind, wie die langen Läufe, freu ich mich schon auf meine ersten richtigen Triathlon.

Das Ziel erreiche ich heute mit 6:22:35 und Hans Werner und Wolfgang können bezeugen, nach 63 km habe ich immer noch gelacht. Der Lauf war top und ich merke jetzt zwar die Beine, wobei das die Anstrengung ist aber keine Schmerzen oder Krämpfe.

Der ganze Lauf war top organisiert, das Wetter und meine Tagesform haben gepasst. Was will das Läuferherz mehr?  

Nächstes Jahr will ich wieder am letzten Sonntag im Oktober um 8:30Uhr in Remscheid sein.

Wer von Euch ist noch dabei?